© 2005 -2022 Thomas Fares
Impressum
11.12.2005 Kaman - Avanos
Klaus
Hallo Deutschland, gestern konnten wir uns nicht melden, da
wir weitab jeglicher Zivilisation übernachtet haben und deshalb
keinen Internetanschluss hatten. Aber wieder der Reihe nach.
Wie schon beschrieben, waren wir in Ankara in einem Hotel
untergekommen. Außer uns wohnten dort auch Damen, die
alle russisch sprachen. Abends, als ich gerade meinen Bericht
am Hotelcomputer verfasste, gingen sie alle aus dem Haus.
Manche im Minirock, manche noch kürzer bekleidet. Viele
hatten einen sehr teuren Pelz um. Ich bitte deshalb um
Nachsicht, falls zu viele Tippfehler in meinem letzten Bericht waren, da ich mich nicht richtig konzentrieren konnte. Am
nächsten Morgen, als wir unser Gepäck in die
Hotelvorhalle brachten, kamen die Damen wieder
zurück ins Hotel. Es fuhren mehrere dieser kleinen
türkischen Busse vor, denen jeweils eine Fuhre
fröhlicher Ladys entstieg. Sie waren alle schön, klug
und willig, doch sicher auch nicht billig. Mich wundert
deshalb auch nicht, weshalb im Hotel abends die
Duschen nur kaltes, Früh jedoch auch heißes Wasser
hatten. Früh begrüßte uns Ahmet vor dem Hotel. Er ist
der einzige türkische Rennradfahrer, den wir in Ankara
gesehen haben. Rennrad fahren ist in der Türkei nicht
nur wegen des starken Verkehrs sehr gefährlich. Hier
sind alle Gullyabdeckungen so gesetzte, das die
Rillen in Fahrtrichtung sind, also für die schmalen
Rennräder durchaus als Fahrradständer verwendbar
und deshalb kreuzgefährlich sind. Ahmet
besorgte Gerhard Nath eine neue Glühbirne für
seinen Fahrradscheinwerfer. Danach begleitete
er uns bestimmt 15 Kilometer. Als die Polizei
uns über den steilsten Anstieg von Ankara und
auch den steilsten Anstieg unserer bisherigen
Reise führte, schob mich Ahmed einfach. Zum
Dank bekam er von uns eines unserer gelben
Trikots. Auf der Strecke schien zwar die Sonne,
aber es wehte uns ein eisiger Wind entgegen.
Und jetzt die Meldung des Tages. Auf glatter
Strecke hatte Rene Fobel einen Rahmenbruch
und musste deshalb die letzten 35 Kilometer
ins Auto steigen. Sein Diamantrad ist Baujahr
1997 und war damals mit 1700 DM das
zweitteuerste Diamantrad, das es zu kaufen
gab. Da wir 142 Kilometer gegen
den Wind bei 1790
Höhenmetern zu bewältigen
hatte, kamen wir erst in der
Dunkelheit in Kaman an. Es gab
einige Aufregung, da wir kein
Hotel vorgebucht hatten. Der
nette Buergermeister öffnete das
Kino der Stadt, damit wir unsere
(dreckigen) Fahrräder zwischen
den Sitzreihen sicher
unterstellen konnten. Er
besorgte uns (natürlich
kostenlos) einen Bus, der uns
nach über 20 Kilometer Fahrt in
ein Sport- oder vielleicht auch
Ferienzentrum mitten im Wald
brachte, wo wir und das uns
begleitende Fernsehteam aus
Dresden übernachteten. Wir
bekamen dort auch ein ganz vorzügliches Abendbrot
serviert. So fand ein für uns ziemlich anstrengender Tag
ein schönes Ende. Klaus Hauptvogel