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11.12.2005 Kaman - Avanos

Klaus

Hallo Deutschland, gestern konnten wir uns nicht melden, da wir weitab jeglicher Zivilisation übernachtet haben und deshalb keinen Internetanschluss hatten. Aber wieder der Reihe nach. Wie schon beschrieben, waren wir in Ankara in einem Hotel untergekommen. Außer uns wohnten dort auch Damen, die alle russisch sprachen. Abends, als ich gerade meinen Bericht am Hotelcomputer verfasste, gingen sie alle aus dem Haus. Manche im Minirock, manche noch kürzer bekleidet. Viele hatten einen sehr teuren Pelz um. Ich bitte deshalb um Nachsicht, falls zu viele Tippfehler in meinem letzten Bericht waren, da ich mich nicht richtig konzentrieren konnte. Am nächsten Morgen, als wir unser Gepäck in die Hotelvorhalle brachten, kamen die Damen wieder zurück ins Hotel. Es fuhren mehrere dieser kleinen türkischen Busse vor, denen jeweils eine Fuhre fröhlicher Ladys entstieg. Sie waren alle schön, klug und willig, doch sicher auch nicht billig. Mich wundert deshalb auch nicht, weshalb im Hotel abends die Duschen nur kaltes, Früh jedoch auch heißes Wasser hatten. Früh begrüßte uns Ahmet vor dem Hotel. Er ist der einzige türkische Rennradfahrer, den wir in Ankara gesehen haben. Rennrad fahren ist in der Türkei nicht nur wegen des starken Verkehrs sehr gefährlich. Hier sind alle Gullyabdeckungen so gesetzte, das die Rillen in Fahrtrichtung sind, also für die schmalen Rennräder durchaus als Fahrradständer verwendbar und deshalb kreuzgefährlich sind. Ahmet besorgte Gerhard Nath eine neue Glühbirne für seinen Fahrradscheinwerfer. Danach begleitete er uns bestimmt 15 Kilometer. Als die Polizei uns über den steilsten Anstieg von Ankara und auch den steilsten Anstieg unserer bisherigen Reise führte, schob mich Ahmed einfach. Zum Dank bekam er von uns eines unserer gelben Trikots. Auf der Strecke schien zwar die Sonne, aber es wehte uns ein eisiger Wind entgegen. Und jetzt die Meldung des Tages. Auf glatter Strecke hatte Rene Fobel einen Rahmenbruch und musste deshalb die letzten 35 Kilometer ins Auto steigen. Sein Diamantrad ist Baujahr 1997 und war damals mit 1700 DM das zweitteuerste Diamantrad, das es zu kaufen gab. Da wir 142 Kilometer gegen den Wind bei 1790 Höhenmetern zu bewältigen hatte, kamen wir erst in der Dunkelheit in Kaman an. Es gab einige Aufregung, da wir kein Hotel vorgebucht hatten. Der nette Buergermeister öffnete das Kino der Stadt, damit wir unsere (dreckigen) Fahrräder zwischen den Sitzreihen sicher unterstellen konnten. Er besorgte uns (natürlich kostenlos) einen Bus, der uns nach über 20 Kilometer Fahrt in ein Sport- oder vielleicht auch Ferienzentrum mitten im Wald brachte, wo wir und das uns begleitende Fernsehteam aus Dresden übernachteten. Wir bekamen dort auch ein ganz vorzügliches Abendbrot serviert. So fand ein für uns ziemlich anstrengender Tag ein schönes Ende. Klaus Hauptvogel
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