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09.12.2005 Beypazari - Ankara

Klaus

Hallo Deutschland, es gibt Dinge im Leben, die kann man nicht beschreiben. Aber der Reihe nach. Nach der gestrigen Pleite mit dem Computer habe ich heute einen vernünftigen Rechner. Deshalb noch eine Episode von gestern. Rolf Böttner ist uns einmal in einem kleinen Dorf ein Stück davon gefahren. Da kam ein großer Hund und wollte ihn offensichtlich beißen. Rolfs Sprinteinlage hat uns alle begeistert. Beim Frühstück haben wir unserem Micha U. zum Geburtstag gratuliert und Rolf B. hat ihm einen aus türkischen Zeitungen gebastelten 'Blumenstrauß' überreicht. Es war heute wärmer als gestern. Da hatten wir nur 6 Grad und sind mit Handschuhen und warmen Jacken gefahren. So sind wir heute auch gestartet, aber es kam bald die Sonne heraus und wir hatten 16 Grad. Auf der ersten Abfahrt ist mir mein Fotoapparat aus der Tasche gefallen und nun geht er nicht mehr richtig. Am ersten der zwei Pässe, die wir heute bewältigen mussten, fuhr mein Rad immer schwerer und ich war bald der Letzte. Die Ursache war ein Platter. Da auch unser Begleitauto weg war, musste ich fast einen Kilometer mein Fahrrad bergauf im Schweinsgalopp schieben. Oben wurde mir natürlich geholfen. Nach dem zweiten Pass änderte sich die karge Landschaft und bald tauchten die ersten Neubauten am Horizont auf. Wir näherten uns der Hauptstadt Ankara. Die Strasse wurde breiter und der Verkehr nahm extrem zu. Bald waren wir auf einer achtspurigen Schnellstrasse, auf der die Polizei unsere 4 Richtungsspuren mit vier nebeneinander fahrenden Autos für uns frei hielt. Nach 115 Kilometern hatten wir unser erstes Ziel, die Atatürk - Mausoleum erreicht. Dort gibt es eine Sicherheitskontrolle, wie auf einem Flughafen. Nach der Besichtigung wollte die Polizei, dass wir unsere Räder ins Auto packen und mit dem Bus fahren. Nach einigen Telefonaten ging es dann doch weiter zur deutschen Botschaft. Dort begrüßte uns der Gesandte der Bundesrepublik Deutschland in Ankara, Herr Jörg Metger. Er bekam Dietrichs Fahrrad, eines unserer gelben Trikots und begleitete uns so zum türkischen Sportministerium durch den größten Verkehr. Herr Metger ist ein sehr sportlicher Mensch, denn er machte mächtig Dampf. Die letzten hatten zu tun, an der Gruppe dran zu bleiben. Im Sportministerium wurden wir vom Minister für Sport der Republik Türkei, Herr Mehmed Ali Sahin empfangen. Zuerst hielt Stefan eine Rede, überbrachte die Grüsse von Ministerpräsident Milbrandt und übergab als Geschenk eine Weltzeituhr. Der Minister erwiderte die Grüsse mit sehr netten Worten. natürlich vergaß er nicht zu erwähnen, dass er sehr traurig ist, dass sich die Türkei nicht für die Fußball - WM in Deutschland qualifiziert hat. Er wünschte uns eine gute Reise und alles Gute auf unserem weiteren Weg. Selbstverständlich waren die Presse und mehrere Fernsehkameras anwesend, die nach dem Ministertermin noch einiges von Stefan wissen wollten. Nach diesem Ereignis kam für mich ein weiterer Höhepunkt. In der größten Rush Hour befuhren wir eine völlig verstopfte dreispurige Einbahnstrasse in der falschen Richtung. So ein Chaos kann man nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Doch auch so etwas meistert die türkische Polizei. Wieder in der deutschen Botschaft wurden wir mit einem kleinen Imbiss empfangen. Dort gab es auch einen richtigen Weihnachtbaum. Herr Metger richtete noch einmal ein paar nette Worte an uns und wir konnten uns mit einigen Botschaftsangestellten unterhalten. Da es auch Bier und Saft gab, bekam unser Micha noch einmal ein Geburtstagsständchen. Danach ging es unter großem Polizeischutz ins Hotel Yeni, wo es auch einen Internetanschluss gibt. Jetzt brauchen wir noch vier Tage gutes Wetter, dann sind wir über das Taurusgebirge im warmen Süden angekommen. Wie uns die Botschaftsmitarbeiter erzählten, lag hier seit Oktober bis vor 10 Tagen Schnee. Vielleicht haben wir Glück und uns bleibt das erspart. Klaus Hauptvogel Liebe Grüsse an die Uschi. Stefan ist schon Abendessen gegangen.
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